Was Härtung bedeutet
Ein frisch installierter Server enthält oft mehr, als er braucht: Dienste, Konten, Beispieldaten, offene Ports. Härtung entfernt oder sichert alles, was nicht gebraucht wird. Anerkannte Vorlagen dafür sind die CIS Benchmarks, die Sicherheitsempfehlungen von Microsoft und die Bausteine des BSI IT-Grundschutz für Server.
Die wichtigsten Maßnahmen
- Minimal installieren: nur die benötigten Rollen und Pakete.
- Aktuell halten: Betriebssystem und Anwendungen regelmäßig patchen.
- Dienste und Ports prüfen: Unnötiges deaktivieren, nur Notwendiges in der Firewall freigeben.
- Konten und Rechte: Standardkonten absichern, Administratorrechte begrenzen, eindeutige Konten statt gemeinsamer Zugänge.
- Starke Anmeldung: unter Linux SSH mit Schlüsseln und ohne direkte Root-Anmeldung; unter Windows MFA für Administratoren und eindeutige lokale Administratorkennwörter, etwa mit Windows LAPS.
- Veraltete Protokolle abschalten: zum Beispiel SMBv1 und unsichere Verschlüsselungsverfahren.
- Protokollierung: sicherheitsrelevante Ereignisse erfassen und an einer zentralen Stelle sammeln.
- Verschlüsselung und Backup: Datenträger verschlüsseln und Sicherungen testen.
Windows und Linux im Vergleich
Unter Windows steuern Gruppenrichtlinien und Sicherheitsbaselines viele Einstellungen zentral, besonders in Active-Directory-Umgebungen. Unter Linux erledigt man Ähnliches mit Konfigurationsmanagement und Vorlagen. Das Prinzip bleibt gleich: einmal sauber definieren, dann reproduzierbar ausrollen und regelmäßig gegenprüfen.
Härtung als Prozess
Härtung ist kein einmaliger Schritt. Legen Sie eine Referenzkonfiguration fest, dokumentieren Sie Abweichungen und prüfen Sie in Abständen. Virtualisierungsplattformen wie Proxmox erleichtern das, weil sich gehärtete Vorlagen klonen und Änderungen vor dem Einsatz testen lassen.