Warum Patchen so wichtig ist
Sobald ein Hersteller eine Sicherheitslücke schließt, ist sie öffentlich bekannt, und Angreifer nutzen sie oft binnen kurzer Zeit aus. Der Abstand zwischen Veröffentlichung des Updates und Einspielen ist das Zeitfenster, in dem Ihr System angreifbar ist. Ziel eines Patch-Verfahrens ist, dieses Fenster klein zu halten.
Bausteine eines Patch-Verfahrens
- Inventar: Was gibt es überhaupt? Clients, Server, Netzwerkgeräte, Firmware, Anwendungen.
- Priorisierung: Aktiv ausgenutzte und kritische Lücken zuerst, besonders bei aus dem Internet erreichbaren Systemen.
- Testgruppe: Updates zuerst auf wenigen, unkritischen Geräten ausrollen.
- Ringe oder Wellen: danach schrittweise auf alle Geräte, mit Pausemöglichkeit bei Problemen.
- Wartungsfenster: feste Zeiten für Server, abgestimmt mit den Fachbereichen.
- Rückfallplan: Snapshots oder Backups, damit ein fehlerhaftes Update zurückgenommen werden kann.
- Kontrolle: Berichte darüber, welche Geräte noch nicht aktuell sind.
Werkzeuge
Für Windows-Umgebungen gibt es mehrere Wege: Windows Update for Business über Intune für moderne, cloudverwaltete Geräte, WSUS oder Configuration Manager (SCCM) für klassische Umgebungen sowie Drittanbieter-Werkzeuge für Anwendungen. Unter Linux erledigt das die Paketverwaltung, ergänzt durch Automatisierung. Wichtig ist nicht das Werkzeug, sondern ein festgelegter, kontrollierter Ablauf.
Was oft vergessen wird
Firmware von Routern, Firewalls und Access Points, Anwendungen von Drittanbietern, Hypervisoren und Geräte, die selten im Büro sind. Auch Systeme, die „nicht angefasst werden dürfen", brauchen einen Plan: Wo Patchen nicht möglich ist, sollte das System zumindest isoliert und besonders überwacht werden.