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Passwort-Richtlinie: Länge schlägt Komplexität

Pflichtwechsel alle 90 Tage und kryptische Sonderzeichen machen Passwörter nicht sicherer. Aktuelle Empfehlungen setzen auf Länge, Einzigartigkeit und MFA.

Von INZOSO Resilience · Stand · 1 Min. Lesezeit

Was heute als Stand der Technik gilt

  • Länge vor Komplexität: lange Passphrasen sind leichter zu merken und schwerer zu knacken als kurze, kryptische Kennwörter.
  • Einzigartig je Dienst: Wiederverwendung ist das größte Risiko bei Datenlecks.
  • Kein turnusmäßiger Pflichtwechsel, sondern Wechsel bei Verdacht auf Kompromittierung. So empfehlen es BSI und NIST.
  • Bekannte schwache Passwörter sperren: Listen aus Datenlecks und Trivialpasswörter ablehnen.
  • MFA ergänzen, damit ein gestohlenes Passwort nicht genügt.
  • Passwortmanager zulassen und fördern.

Eine praktische Richtlinie

Mindestlänge von zwölf oder mehr Zeichen für Benutzerkonten, deutlich länger für Administratorkonten, Sperre nach wiederholten Fehlversuchen, keine Weitergabe, Speicherung im Passwortmanager. Für Dienstkonten gelten lange Zufallskennwörter oder verwaltete Konten.

Umsetzung

In Active Directory lassen sich Regeln über Kennwortrichtlinien und Fine-Grained Password Policies umsetzen, in Entra ID über Kennwortschutz. Entscheidend ist die Begleitung: Erklären Sie Mitarbeitenden, warum die Regeln gelten, und stellen Sie einen Passwortmanager bereit.

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Häufige Fragen

Sollte man Passwörter regelmäßig ändern?

Nach aktuellen Empfehlungen nicht turnusmäßig, sondern bei Verdacht auf Kompromittierung. Zwangswechsel führen oft zu schwächeren Kennwörtern.

Wie lang sollte ein Passwort sein?

Für Benutzerkonten mindestens zwölf Zeichen, besser eine Passphrase. Administratorkonten sollten deutlich länger sein und MFA nutzen.

Was ist eine Passphrase?

Eine lange Folge mehrerer Wörter, die leicht zu merken und schwer zu erraten ist.

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